Gertrud Teusen - Buchautorin und Textcoach
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Hundeschule? Ja, nein, vielleicht ...

Hugo und ich sind ja allmählich aus dem Hundeschulalter raus. Im Laufe unseres gemeinsamen Lebens haben wir verschiedene Trainingsangebote durchlaufen und sind mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Also ich bin zufrieden und wenn ich es bin, ist auch mein Hund glücklich.

Gerade neulich wurde ich gefragt, ob der Besuch einer Hundeschule sein muss. Ganz ehrlich? Wer so an die Sache mit der Hundeerziehung ran geht, der sollte dringend eine besuchen. Für mich stand stets im Vordergrund, mehr über meinen Hund und sein Verhalten zu lernen. Und Hugo? Der sollte Spaß haben, seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden und im Umgang mit anderen Hunden (aller möglichen Rassen und Größen) einen möglichst entspannten (und sozialen) Umgang haben.

Ich behaupte jetzt einfach mal: Das Projekt ist ein voller Erfolg.


Wie Hundeerziehung hilft Alltagsprobleme löst

Was Hunde wirklich brauchen, sind Menschen mit Hunde-Verstand! Im Laufe eines gemeinsamen Lebens kommt es immer wieder zu Situationen, die sich mit fachkompetenter Unterstützung leichter lösen lassen.

Beispielsweise das Warten vor Läden und Supermärkten. „Wir warten draußen“- Schilder hängen an vielen Geschäften – und immer dann stellt sich für Hundebesitzer die Frage: Wohin mit dem Hund? Die meisten Ladenbesitzer lösen das Problem mit einer Haltestange, an denen die Hunde mit der Leine festgemacht werden können – oder die nächste Straßenlaterne muss herhalten. Ideal ist das natürlich nicht – aber gut trainiert, ist das für die meisten Hunde auch kein Problem.

Alternativ bleiben viele Hunde, wenn es die Außentemperatur erlaubt, gern im Auto. Die Verhaltenstherapeutin Dr. vet. med. Stefanie Sprauer aus München weiß: „An das Warten im Auto gewöhnen sich die meisten Hunde sehr schnell. Sie fahren ja häufig mit und wenn, beispielsweise an der Tankstelle, der Besitzer mal schnell aussteigt, um zu bezahlen, merken sich die Hunde, dass nichts Schlimmes passiert, wenn sie kurz alleine bleiben.“ An heißen Sommertagen ist das natürlich keine Option, da sich das Innere eines Autos extrem schnell aufheizt.

Das Warten vor dem Supermarkt, der Bäckerei oder Apotheke hingegen bedarf eines intensiven Trainings. Ziel ist es, dass der Hund auf das Kommando „Warten“ wirklich entspannt am Platz und dort ruhig bleibt. Ganz schön schwierig, wenn neugierige Passanten ihn locken oder gar ärgern. Ruhiges Warten vor einem Geschäft ist schon die hohe Schule der Gelassenheit und bedarf vieler kurzer Trainingseinheiten. Gerade von Welpen und von jungen Hunden wird da oft zu viel verlangt. Wichtig ist, dass ihr immer positiv gestimmt seid, wenn ihr wieder zum Hund zurückkommt.


Hunde können auch zuhause bleiben

Weniger gelassen sehen es manche Hundebesitzer, wenn sie ihren Hund allein zuhause lassen sollen. „Dieses ‚der Hund muss mein ständiger Begleiter sein‘, überfordert manche Hunde“, weiß Dr. Sprauer aus ihrer Praxis. „Die meisten Hunde bleiben lieber entspannt allein zuhause, verschlafen die Zeit und freuen sich, wenn der Besitzer nachhause kommt.“ Mit dem Training sollten Hundebesitzer schon früh beginnen. Beispielsweise, wenn sie ihren Vierbeiner in der Wohnung lassen, um nur mal kurz zum Briefkasten oder zur Mülltonne zu gehen. Diese kurzen Phasen lassen sich dann konsequent ausdehnen, um den Hund langfristig entspannt und ohne Angst über einen längeren Zeitraum alleine lassen zu können. Ein ganzer Arbeitstag lässt sich so natürlich nicht gestalten, aber für einen Arztbesuch reicht es allemal.


Zurück auf Anfang – Hundeschule ist auch Menschenschule

Um nochmal zur Anfangsfrage zurückzukehren... Mit dem Hund in eine Hundeschule zu gehen ist keine Schande. Im Gegenteil: Auch Hundebesitzer können hier noch ganz viel lernen. Körpersprache beispielsweise oder Konsequenz. Ein Hund fühlt sich bei einem kompetenten Menschen einfach viel sicherer und wohler.