Gertrud Teusen - Buchautorin und Textcoach
Haustiere sind wunderbar! Sie bringen Spiel und Spaß in den Alltag, bedeutet aber auch Verantwortung und machen Arbeit. Die Entscheidung, ein Tier aufzunehmen, will wohl überlegt sein. Dabei hilft das Buch „Pets for family“. Darin gibt es über 25 Tierportraits und einen Test, der euch zeigt, welches Tier genau zu eurer Lebenssituation passt. Erschienen bei migo und ab sofort im Buchhandel oder Online-Versand.























Ich über mich – was interessiert den Leser?

Diese Überschrift könnte ewig so stehen bleiben, ohne dass mir dazu etwas einfällt. Vielleicht geht es dir ja auch so. Über das Leben anderer zu schreiben ist vergleichsweise einfach. Aber „Ich über mich“ ist die schwierigste Aufgabenstellung überhaupt.

Das liegt vielleicht daran, dass du nicht weißt, was den Leser/die Leserin interessieren könnte. Oder du schreckst davor zurück, dich selbst über den grünen Klee zu loben.

Die Lösung: Der berühmte Mittelweg zwischen notwendigen Informationen und einer positiven Selbstdarstellung.


Der klassische Lebenslauf und seine notwendigen Anpassungen

„Ich über mich“ ist kein klassischer Lebenslauf. Kein Mensch interessiert sich (zumindest ab einem gewissen Alter) dafür, wo du zur Grundschule gegangen bist oder welchen Schulabschluss zu erreicht hast. Beim „Ich über mich“ solltest du dich so darstellen, dass die Leser sich ein Bild von dir machen können.

Im Idealfall unterstreicht deine Persönlichkeit deine Expertise. Also wieder die drei berühmten Fragen: Wer bist du? Was kannst du? Wofür brennst du? (aus dem Artikel „Was ist dein Thema?“)

Konzentriere dich darauf, deine Persönlichkeit positiv zu beschreiben. Negative Attribute haben hier nichts zu suchen. Durchforste anstatt dessen deine Biographie auf Qualifikationen, die für deine Projekte wichtig sind.

Jahrenzahlen und ähnliche „harte“ Fakten kannst du getrost vernachlässigen. Die softskills (also Eigenschaften aus dem zwischenmenschlichen Bereich) wie Empathie, Kommunikationsfähigkeit oder soziales Engagement, zeichnen dich als eine Person aus, von der deine Leser gerne mehr erfahren möchten.


Dein Leben ist spannender als du denkst

Die letzten Zeilen haben dir vielleicht schon eine Idee davon, vermittelt, was beim „Ich über mich“ relevant sein kann. Wenn du trotzdem noch keinen Plan hast, was du schreiben sollst, hilft dir vielleicht diese kleine Übung hier.

Schreibe mindestens zehn Dinge auf, die dich ausmachen. Stärken und Schwächen, persönliche Vorlieben und Details aus deinem Leben, die vielleicht niemand so wirklich kennt. Du machst diese Übung nur für dich, kannst also komplett ehrlich sein – es liest ja kein anderer (es sei denn, du zeigt es jemandem). Okay, ich mach mal eine Ausnahme und zeige dir meine Liste.

Die könnte dann beispielsweise so aussehen:
  • Zuhören ist eine Kunst, die ich wirklich gut beherrsche. Ich kann auch gute Fragen stellen, nur mit der Schlagfertigkeit hab‘ ich es nicht so.
  • Ich habe zweimal in meinem Leben einen Schneeball geworfen. Der erste Schnellball warf ich auf dem Pausenhof in der Grundschule und traf das Auge eines Mitschülers. Den zweiten Schneeball warf ich (20 Jahre später) auf einem Bauernhof in Niederbayern. Ich wollte mit dem Hofhund spielen, traf aber leider die Frontscheibe eines dort geparkten VW-Bus. Schneebälle sind also tabu.
  • Ich wäre gerne öfter am Meer – aber ins Meer gehe ich gar nicht so gern (und das obwohl ich gut schwimmen kann).
  • Ich liebe Tiere! Dass ich einen Altdeutschen Schäferhund namens Hugo habe, wissen viele Leute. Nur wenige jedoch haben Jimmy kennengelernt. Er war ein Mohrenkopfpapagei und begleitete mich 38 Jahre lang.
  • Ich schreibe gerne, ja mehr noch: Schreiben ist meine Leidenschaft. Mit 10 Jahren schrieb ich mein erstes Buch – in ein Schulheft (mit der Hand und einem Füller).
  • Fast alle Menschen, die mir nahe stehen, haben ein Sternzeichen, was überhaupt nicht mit meinem Sternzeichen harmoniert. Deshalb lese ich auch keine Horoskope mehr.
  • Ich bin stolz auf meine Familie! Auf meine beiden erwachsenen Kinder und meine blitzgescheite Enkelin, die mich mit ihren Rechenkünsten stets aufs Neue verblüfft. Und natürlich auf meinen Mann, der es seit über 40 Jahren mit mir aushält.
  • Ich lese gerne Krimis. Irgendwann schreibe ich selbst einen.
  • Ich bin neugierig und will immer alles ganz genau wissen. Die Vielfalt meiner Buchveröffentlichungen zeigt, dass ich vor (kaum) einem Thema zurückschrecke.
  • Studiert habe ich Kommunikationswissenschaften, Politik und Psychologie. Nach dem Abschluss habe ich für eine bekannte deutsche Jugendzeitschrift gearbeitet und mich dann als Autorin selbstständig gemacht. 1988 erschien mein erstes Buch.
  • Ich habe ein Jahr lang (gemeinsam mit meinem Mann) eine Sendereihe im Kinderprogramm betreut.
  • Ich schwöre auf TCM (die Traditionelle Chinesische Medizin). Obwohl ich Angst vor Nadeln habe, lasse ich mich regelmäßig akupunktieren.

Schreib dich frei und bleib bei dir!

„Ich über mich“ ist eine Herausforderung und zugleich ein wunderbares Stück Selbstvertrauen, das du dir selbst schenken kannst. Es hat etwas mit Selbstwahrnehmung und Außenwirkung zu tun – und wenn du die oben beschriebene Übung machst, dann hast du eine wunderbare Vorlage für alle „Ich über mich“-Herausforderungen.

Es ist ein bisschen wie therapeutisches Schreiben. Du kannst damit (Schreib-)Blockaden abbauen und Ängste relativieren. Nur wer seine Schwächen kennt, kann sie in Stärken umwandeln!